Ritalin vs. Neurofeedback

Wirkungsvergleich nach Studienlage 

Inwiefern kann EEG-Neurofeedback Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit helfen?

 

Diese Frage wurde dem renommierten Professor und Forscher Nils Birbaumer gestellt. Hier lesen Sie seine Antwort:

"Da gibt es verschiedene Ansätze. Die Betroffenen können etwa lernen, ihre so genannten langsamen Hirnpotenziale zu steigern – um so die Neurone in bestimmten Hirngebieten quasi schon vorzuaktivieren, wenn sie eine Aufgabe erwarten. Eine andere Methode besteht darin, bestimmte Frequenzbänder zu stärken oder zu schwächen, etwa die langsamen Thetawellen. Soweit man das bisher sagen kann, scheint das Training der langsamen Hirnpotenziale am besten zu wirken. Es gibt auch eine kleine Studie, in der die Wirkung von Neurofeedback mit der von Ritalin verglichen wurde: Die Effekte waren gleich groß. Da Ritalin jedoch massive Nebeneffekte hat und nicht langfristig wirkt, sind Neurofeedback und Verhaltenstherapie im Moment die einzig sinnvollen Behandlungsmethoden. Trotzdem verschreiben die meisten Ärzte einfach Ritalin – weil es schneller geht und weil ihnen das die Pharmaindustrie so eingeredet hat."

 

 

Eine Übersicht über die wichtigsten Unterschiede zwischen der medikamentösen Behandlung und Neurofeedback finden Sie hier:

Neurofeedback

ADHS-Medikamente

75%  

Ja.

Die Wirkung hält Studien zufolge nicht nur über die Therapie hinaus an - sondern verstärkt sich nach Beendigung der Therapie noch.

Ja.

Bei korrekt durchgeführtem Training sind keine Nebenwirkungen bekannt. 

Ja.

Laut der offiziellen Behandlungsleitlinien für ADHS (AWMF) genügen i.d.R. 24-40 Neurofeedback-Sitzungen für einen langfristigen Erfolg.

Bei 2-3 Sitzungen wöchentlich reichen somit 2-3 Behandlungsmonate.

1.

Wie hoch ist die Erfolgsquote der Behandlung?

2.

Kann ADHS so dauerhaft überwunden werden?

3.

Ist die Behandlung frei von Nebenwirkungen?

4.

Kann man schnell Fortschritte erreichen?

60-80 % 

Nein.

Die Wirkung hält Studien zufolge nur solange, wie das Medikament eingenommen wird. Sobald es abgesetzt wird, ist die Wirkung weg.

Nein.

Zu den häufigsten Neben-wirkungen zählen Appetitverlust, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwitzen.

Bei etwa 1 von 100 Patienten treten schwerwiegende Nebenwirkungen wie Herzprobleme, Tod, psychotische Störungen auf.

Ja.

Um die richtige medikamentöse Einstellung zu finden, startet man in der Regel mit einer geringen Dosis und erhöht diese dann wöchentlich so lange bis die optimale Dosis erreicht ist. Wie viele Wochen bis Monate benötigt werden, ist somit individuell unterschiedlich.